Geomagnetische Untersuchungen im Zuge der AusgrabungenBeginn der archäologischen Ausgrabungssaison 2011 

Im Rahmen des großangelegten interdisziplinären Forschungsprojektes beginnt am 08.08.2011 nun bereits die vierte Ausgrabungskampagne am Harzhorn. Während sich die archäologischen Ausgrabungen bisher schwerpunktmäßig auf den Bergrücken konzentrierten, werden nun insbesondere auch die Bereiche am Hangfuß näher untersucht. Es soll geklärt werden, ob hier durch die Germanen eine Wegsperre angelegt wurde, um den Römer den Pass und damit den Rückmarsch zu versperren.

Etwa 20 Archäologiestudenten werden vier Wochen lang, unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Michael Meyer, Freie Universität Berlin, dieser interessanten Frage nachgehen.  Darüber hinaus werden durch das Team Ulrich (Berlin) geomagnetische Untersuchungen am Harzhorn durchgeführt. Durch die Magnetprospektion des Geländes werden magnetische Anomalien im Boden erfasst, die u.a. durch Eisenteile,  geologische Veränderungen oder auch durch antike Bodeneingriffe wie z.B. die Anlage von Gräben (Wegsperre) oder Gruben entstehen.

Neben der seit 2008 kontinuierlichen Fortführung der archäologischen Geländeprospektion zur Abgrenzung des Fundplatzes, wertet das Wissenschaftlerteam zurzeit intensiv die bereits dokumentierten Funde und gesammelten Daten aus. Eine Publikation der Ergebnisse ist für 2012 geplant.

 

Insgesamt konnten die Archäologen bereits über 2000 Funde, die im Zusammenhang mit dem antiken Schlachtfeld zu sehen sind, aus dem Waldstück am Harzhorn bergen. Neben zahlreichen Schuhnägeln handelt es sich in der Mehrzahl um Waffen und Waffenteile, u.a. Katapultbolzen, Pfeil- und Speerspitzen sowie Pionieräxte. Auch persönliche Ausrüstungsgegenstände wie die Reste eines Kettenhemdes, eine tierkopfverzierte Gürtelgarnitur und eine silberne Hülsenscharnierfibel, die vermutlich von einem römischen Offizier getragen wurde, zählen zu den Funden. Zeitlich ist die Schlacht am Harzhorn um 235 n. Chr. einzuordnen und fällt damit in die Regierungszeit des ersten römischen Soldatenkaisers Maximinus Thrax, welches auch die Münzfunde belegen.

 

Anmeldungen zu Gästeführungen nimmt die Touristinformation Bad Gandersheim, Tel.: 05382 73 700, Email tourist@bad-gandersheim.de gerne entgegen. Die nächste Führung findet am 07.08.2011 statt. Nähere Informationen unter: www.roemerschlachtamharzhorn.de

 

English Information

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Gästeführungen

Ein anschauliches Bild von den Ereignissen des kriegerischen Aufeinander­treffens der römischen und germanischen Kampfverbände um 235 n. Chr. vermitteln seit Mai 2010 regelmäßige Gästeführungen am Originalschauplatz. » mehr

Das Harzhorn

Das sogenannte "Harzhorn" ist der östliche Teil des Vogelberges, einem in Ost-West-Richtung verlaufenden Höhenzug zwischen Bad Gandersheim und Kalefeld. Geografisch weitläufiger eingeordnet gehört dieser Höhenzug zu einer Anhäufung von kleineren Erhebungen am westlichen Rand des Harzes. » mehr

Zitiert

Was sagen Experten und andere Projektbeteiligte zur Bedeutung des Harzhorn-Schlachtfelds? Hier gibt es die Einschätzungen. » mehr